Wahrheitsfindung durch Resonanz

Wie ist es möglich sich selbst eine eigene Meinung zu bilden? Kann überhaupt ein individuellen Filter, frei von Manipulationen, Fremdbestimmungen und Übernahme unterschiedlichster Ideologien, entwickelt werden?

Schon immer wurde jeder einzelne von uns durch die Gesellschaft in der sie und er lebt, geprägt. Als Kleinkinder sind es die Eltern, Geschwister, Großtellern, Spielkameraden und Betreuer, die Einfluss nehmen. Später kommen Lehrer, Erzieher, Ausbilder, Professoren, Stars, Freundinnen und Freunde hinzu. Zudem werden wir alle durch Lehrmaterial, Informationen über unterschiedlichste Medien und Werbung jeglicher Art unentwegt beeinflusst.

Doch welche Filter wirken in uns, damit wir zu unterscheiden lernen?

Was setzt sich im individuellen System durch, um als wahr oder richtig anerkannt und abgespeichert zu werden?

Im Laufe unseres Lebens suchen wir uns Vorbilder. Wir folgen ihnen indem wir das als wahr, gut und richtig annehmen, was sie uns vermitteln. Ihre Ideologien, Werte und Meinungen adaptieren wir. Unser eigenes System erhält eine entsprechende Prägung. Unsere Persönlichkeit wird durch sie geformt. Das, was sich als stärkstes durchsetzt, wird angenommen.

Durch die Ausformung unserer Persönlichkeit werden im Laufe unseres Lebens Milliarden von Rezeptoren aktiviert, die darüber entscheiden, womit wir künftig in Resonanz gehen und womit nicht. Und diese Resonanzen bilden künftig die Grundlage für alle unsere Entscheidungen. In allen Bereichen unseres Lebens wählen wir über unser persönliches Resonanzsystem aus.

Was bedeutet es also eine eigene Meinung zu haben?

Wird etwas das als Wahrheit dargestellt wird von dem eigenen Selbst für wahr erklärt, wird diese Wahrheit ab diesem Moment als eigene Meinung meist unter allen Umständen verteidigt. Sie wird zu dem Wert, der den Massstab für künftige Entscheidungen setzt. Die eigene Meinung ist das, was mit den erworbenen Grundannahmen, Werten und Konditionierungen übereinstimmt. Je kleiner die persönliche Bedrohung dabei empfunden wird, desto vehementer wird die adoptierte Meinung als absolute Wahrheit hingestellt.

Wodurch entsteht eine eigene Meinung?

Im Grunde genommen gibt es die eigene Meinung nicht. In allem bleibt es ein Abwägen unterschiedlicher Möglichkeiten. Letztendlich basiert auch eine noch so intellektuelle Entscheidung auf Emotionen. Meistens nehmen wir die Meinung an, die sich am besten anfühlt. Oder die, die größte Sicherheit garantiert. Unser individuelle Filtersystem macht es möglich, dies über entsprechende Resonanzen ganz schnell zu entscheiden. Je mehr Menschen diese Meinung teilen, desto kraftvoller fühlt es sich an dazu zugehören. Das Kollektiv, basierend auf gleichen Meinungen, bildet einen großen Sicherheitswall. Wird dieser Wall zudem von Autoritätspersonen, Influencern, politischen Systemen und Machthabern verteidigt, fühlt es sich vollkommen richtig, und für die meisten, als sinnvoll und gut an.

Untersucht eine Wissenschaftlerin oder ein Wissenschaftler Zusammenhänge komplexer Vorgänge, geschieht dies immer aus einem individuellen Blickwinkel heraus. 

Forschungsergebnisse werden immer aus der Perspektive heraus gewonnen, aus der Abläufe und Prozesse beobachtet und bewertet werden. Damit sind für alle erzielten Ergebnisse, auch die der Wissenschaft, immer die Perspektive, die vorausgegangenen Grundannahmen und die Zusammenhänge, in die sie gestellt wurden am Ende maßgebend für die erzielten Ergebnisse. 

Wie die Emotionen die Perspektive des Betrachters beeinflussen.

Um etwas beurteilen zu können, muss man es sehen, hören und verstehen. Bei einem bedrohlichen Ereignis wird intuitiv ein Sicherheitsabstand gewählt. Aus diesem Abstand heraus wird es wichtig alle Faktoren, die für die Bedrohung verantwortlich sind, zu sammeln, zuzuordnen und zu eliminieren. Gelingt es nicht eindeutig zu durchschauen, worauf die Bedrohung basiert, entsteht Angst. Der Sicherheitsabstand muss vergrößert werden. Noch mehr Faktoren, die die Bedrohung begründen, rücken ins Sichtfeld. Proportional kollektiv erzeugte Ängste verweben sich schließlich global miteinander. Sie spannen sich einmal um die Erde. Sie werden zu einem Manifest irrationaler Angst. Wenn die Angst des Einzelnen so stark wird, das daraus Schockstarre entsteht, blockiert diese Starre alle natürlichen Reaktionen, auch das Denkvermögen. 

Der Urinstinkt tritt in Kraft: Es gilt unter allen Umständen das eigene Leben zu verteidigen. 

Nur, wer den Feind kennt, hat eine Chance zu überleben. Doch, wer ist der Feind? Hier sortiert unser Unterbewusstsein in einem Bruchteil von Sekunden aus. Alles, was es dazu an Informationen gesammelt hat, wird ausgewertet, und dem Bewusstsein als Ergebnis präsentiert. Eile ist geboten. Der Feind kommt immer näher. Die Angst zwingt zur schnellen Entscheidung. Die Angst fordert zu handeln.

Und schon ist die Lösung da, geboren aus der Angst, vom Überlebensinstinkt nach oben gespült. Doch halte ich das, was sich jetzt als Lösung zeigt für wahr? Ist es wirklich wahr?

Das Beste, was ich zu dem Thema Wahrheitsfindung kenne, ist von

Byron Katie The Work: Der einfache Weg zum befreiten Leben, ISBN-9783442141753

Die 4 Fragen von Byron Katie machen es sichtbar.

Doch zurück zur Angst, dem Feind und der Lösung. Wer will kann sich jetzt, das, was sie oder er für wahr oder für den Feind hält, aufschreiben. Es lohnt sich damit diesen Prozess von Byron Katie zu machen. Das, was für wahr gehalten wird, sollte allen vier Fragen standhalten können und während des Prozesses nicht geändert werden.

Los geht’s:

Hier das persönliche Statement……………………………………………………..

Ist das wahr?

Hier wieder das persönliche Statement……………………………………………………..

Kannst Du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? 

Hier wieder das persönliche Statement……………………………………………………..

Wie fühlst Du Dich, wenn Du diesen Gedanken glaubst?

Hier wieder das persönliche Statement……………………………………………………..

Wer bist Du, wenn Du diesen Gedanken nicht mehr glauben kannst?

Und da wird es interessant. Wer bin ich, wenn ich diesem Gedanken oder dieser Wahrheit nicht mehr zustimmen kann? 

Genau da beginnt die Eigenverantwortung. Der Schutzwall durch kollektive oder autoritäre Meinungsbildung bricht zusammen. Ich selbst stehe im Rampenlicht.

Was hält Stand, wenn ich, ich ganz alleine meine Meinung, meine Wahrheit verteidigen muss?

Da hilft die Angst nicht und auch nicht die Meinung anderer. Wenn das Selbst entkleidet ist, befreit von fremden Überwürfen, steht es nackt da. Wenn auch kein anderer das Gewehr zur Verteidigung hebt, dann bin nur noch ich übrig. 

Und was hilft mir dann? Was ist dann meine Wahrheit?

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Über die Autorin

Parvati S. Hörler ist Fengshuimeisterin und Schamanin. Durch eine sensiblere und vielschichtigere Wahrnehmung nimmt sie die Außenwelt intensiver wahr. Lesen Sie die Geschichte von Parvati S. Hörler.

5 Kommentare

  1. Danke liebe Parvati. Ganz wundervoll geschrieben. Welche Brille hat wer auf? Wer entscheidet? Wem glaubt man? Wem oder was schliesst man sich an? Und – was glaubt man? Findet man zur All-Liebe und ins Vertrauen? Herzlichst.

    • Danke Dir, liebe Susanne. Wie gut, dass es Gleichnisse gibt die davon erzählen, dass Blinde wieder sehen und Lahme wieder gehen konnten. Mögen die Gebete aller Religionen der Welt und ihren Bewohnern das notwendige Vertrauen schenken. Und die Liebe die stärkste Kraft des Universums sein. OM NAMAH SHIVAY

  2. Liebe Parvati,

    ein wirklich toller Eintrag!

    Aus meiner Sicht gibt es viele Bewusstseinsebenen.

    Je mehr man sich aus „auferlegten Mustern“ befreit und dadurch tiefe Stille sowie ein höheres Bewusstsein erlangt, desto intensiver kann man die eigene Wahrheit spüren und schauen.

    Die göttliche Intelligenz/ Wahrheit ist unantastbar.

    Von Herzen,
    Sekmene

    • Danke, liebe Sekmene,
      ja, sich aus allen Gefängnissen zu befreien, auch aus den geistigen, ist das Wesentliche, um sich selbst nicht zu verlieren.
      OM NAMAH SHIVAY
      Parvati