So ein Humbug

Hubert saß genervt auf seinem Stuhl. Was redet die da? Was soll das? pflegte er seine immer negativer werdenden Gedanken. Seine langjährige Schulfreundin Bea hatte ihn zu diesem Vortrag über Feng Shui überredet. Regelrecht angefleht hatte sie ihn, sie zu begleiten. Schon immer war Bea extrem schüchtern. Sie traute sich nie zu irgendeiner Veranstaltung alleine zu gehen. Wie so oft schon hatte er herhalten müssen. Zu Schulzeiten hatte Beas beste Freundin ausgerechnet dann keine Zeit gehabt, später war der Grund meistens irgendeine Beziehungskrise und diesmal, ja diesmal hatte ihr Mann schlichtweg abgelehnt mitzukommen. Wie Recht er damit hatte! Als sachlicher Prokurist war er strikt gegen alles, was nur annähernd nach Esoterik roch. Und er? Ja, eigentlich konnte auch er damit nichts anfangen. Doch Freundschaft ist Freundschaft. Und jetzt saß er hier bei diesem Vortrag und fasste es nicht, was dort alles erzählt wurde. Manches konnte er ja verstehen, aber das Häuser Gefühle haben sollen und Räume eigene Organismen sind? Okay, wenn er nicht lüftete roch es schlecht. Wenn er in der Wohnung Streit gehabt hatte, musste er erst mal raus oder die Fenster aufreißen. Das Handys strahlten, war ja allgemein bekannt. Doch nun hörte er, dass in den Räumen auch schlechte Energien durch die Vormieter sein konnten oder gar durch die Geschehnisse bevor das Haus überhaupt gebaut worden war. Nein, mit ihm nicht! Merkwürdig fand Hubert, dass er der einzige war, der das für absurd hielt. Wieso glaubten die anderen das alle? Weiterlesen

Rettet die Kuh

Teil 2 (hier kannst Du Teil 1 lesen)

Als ein Beben durch ihre Hände ging, holte sie ihr Handy hervor und schaltete die Taschenlampe ein. Da sah sie, dass in der Wand eine Holztür eingelassen war. Eine Holztür ohne Griff. Sie drückte mehrmals dagegen, schließlich stemmte sie ihr ganzes Körpergewicht darauf. Die Tür bewegte und öffnetet sich in einen dahinter liegenden Raum. Ein fauliger, modriger Geruch stieg ihr beißend in die Nase. Mit der Taschenlampe leuchtete sie in den Raum. Plötzlich hörte sie ein Rascheln und Schritte im Stall. Schnell sprang sie in die Dunkelheit und schob die Tür zu. Jetzt war sie in dem düsteren Verließ gefangen. Als sie ein Geräusch hörte, hielt sie vor Aufregung die Luft an. Vielleicht war es ja nur die Katze gewesen, die im Stall nach Mäusen suchte, versuchte sie sich zu beruhigen. Doch ihr Puls raste, ihre Hände waren eiskalt geworden. Als sie das Licht auf den Boden, der nur aus festgestampfter Erde bestand, richtete, sah sie Spuren darauf. So als habe jemand gegraben und als sei es eilig wieder zugeschüttet worden. Während sie sich bückte und ihre Hände auf die Erde legte, erschauerte sie.

Feng Shui Krimi Handabdruck Weiterlesen

Rettet die Kuh

Teil 1

Endlich! Sie schnitt das knusprige Brötchen auf, bestrich es liebevoll mit frischer Landbutter, häufte die selbstgekochte Erdbeermarmelade darauf und biss verzückt mit geschlossenen Augen hinein. Sanftes Sonnenlicht durchflutete den Frühstücksraum, der frisch aufgebrühte Kaffe verströmte seinen Duft. Vor der Tür krähte ein Hahn und scheuchte die gackernde Hühnerschar auf. Herrlich, so ein friedlicher Morgen auf dem Land. sinnierte sie vor sich hin, köpfte das wachsweiche Frühstücksei und streute etwas Salz darauf. Mit einem „Grüß Gott“ betrat die Bäuerin, die auch die Zimmer an Pensionsgäste vermietete hinein und legte den hiesigen Bayernkurier auf den Tisch. „Herrlicher Tag heute, wissen’S schon, was Sie vorhaben?“ Die Beraterin schenkte sich gerade eine zweite Tasse Kaffe ein und schaute sie strahlend an. „Nichts, wissen Sie das ist das Schönste für mich. Endlich habe ich Ferien und keine Termine. Ich möchte mich einfach treiben lassen, die gute Luft einatmen, spazieren gehen, ein Buch lesen. Und das Handy ausgeschaltet lassen.“ „Da haben’S Recht. Ferien sind Ferien. Der Mensch braucht auch mal sei‘ Ruh! und hier in unserem schönen Bayern, da ist die Welt noch in Ordnung. Da kumme die Leutl zum Ausspannen, die Verliabten zum Turteln und die G’scheiten zum Schwatzen und Essen. Ja mei, da wünsche ich der Frau Beraterin einen guten Tag.“ Weiterlesen

Durch die Wand

Stöhnend, noch von einem Alptraum durchgeschüttelt, wachte Sonja kurz vor dem Schrillen ihres Weckers auf. „Was war das?“ Nacht um Nacht kehrten diese Alpträume wieder. Tagsüber ertappte sie sich oft dabei nach der Ursache zu grübeln…

„Woher kamen diese Träume? Was war der Auslöser? Was hatte sich vor zwei Monaten in ihrem Leben verändert“ Weiterlesen

Sybille saß aufgeregt im Wartezimmer ihres Frauenarztes. Ihre Regel war seit zwei Wochen überfällig. „Endlich…“ liebevoll strich sie sich über ihren flachen Bauch. Ihre Knie zitterten und ihr Herz pochte heftig, als sie ins Sprechzimmer gerufen wurde. Zwischen Hoffen und Bangen entkleidete sie sich für die gynäkologische Untersuchung. Das kalte Gel für den Ultraschal auf ihrem Bauch nahm sie vor lauter Sehnsucht und der Angst vor einer erneuten Enttäuschung kaum wahr. Gründlich durchforstete ihr Frauenarzt jeden Winkel ihrer Gebärmutter. Gebannt verfolgte sie die Suche auf dem Monitor mit. Dr. Anton H., seit über sechs Jahren Arzt ihres Vertrauens, räusperte sich kurz und schüttelte schließlich seinen Kopf. „Leider nein, bitte ziehen Sie sich wieder an und kommen Sie zur Besprechung nach nebenan.“ Sybille kämpfte gegen ihre Tränen. Peter und sie hofften nun schon so lange. Sie sind extra von ihrer gemütlichen Altbauwohnung in der Innenstadt in ein freundliches Reihenhaus am Stadtrand gezogen. Ihre Bausparverträge hatten gereicht, den gröbsten Teil des Hauses zu. Da sie beide unbedingt eine Familie wollten, hatten sie von Anfang an zwei Kinderzimmer, mit Decken hoch genug für Stockbetten, eingeplant. Seit einem Jahr stand in einem geschützten Winkel des einen Zimmers eine wunderschöne, alte geschnitzte Holzwiege mit luftigen, zart wehenden Vorhängen und wartete darauf, ein Baby sanft zu schaukeln. Die Familienwiege hatte zuvor Sybilles Urgroßmutter, Großmutter, Mutter, ihren beiden Schwestern und ihrem Bruder Geborgenheit geschenkt, und jetzt blieb sie leer. Weiterlesen